10.01.2026Neujahrskonzert - Jupiter

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Neujahrskonzert - Jupiter

NEUJAHRSKONZERT

Die Gedenkplatte aus dunklem Gestein, eingelassen im Boden von Westminster Abbey, ist unscheinbar und die eingravierte Inschrift mutet seltsam an: „He brought Haydn to England in 1791 and 1794“. Kann man die Lebensleistung eines Menschen darauf reduzieren, jemanden irgendwohin gebracht zu haben? Im Falle von Johann Peter Salomon offensichtlich schon. Der Bonner Geiger erlangte zwar im Vereinigten Königreich eine gewisse Berühmtheit, doch sein Name wäre schnell in Vergessenheit geraten, wenn er nicht den Mumm gehabt hätte, Joseph Haydn mit einer lukrativen Offerte nach London zu locken.
Auf Salomons direkte Anregung hin komponierte Haydn während des ersten seiner zwei Aufenthalte an der Themse auch eine Sinfonia concertante. Das BKO führt sie in seinem Neujahrskonzert auf und vertraut die Soloparts fast ausschließlich den Musikern aus eigenen Reihen an: Neben dem Konzertmeister Youngkun Kwak, der Stimmführerin der Celli Jessica Kuhn und der Solo-Oboistin Claire Sirjacobs gesellt sich David Spranger, Solo-Fagottist des NDR Elbphilharmonie Orchesters, als einziger echter Gastsolist dazu.
Auf den gewieften Impresario Salomon geht außerdem der Beiname „Jupiter“ der letzten Sinfonie von Wolfgang Amadeus Mozart zurück. Der Herrscher der römischen Götterwelt suggeriert Superlative und genau dafür sollte schon bald nach Mozarts Tod dieses festliche Werk mit seinem atemberaubend konstruierten Finale stehen – als das Beste, was die Sinfonik des 18. Jahrhunderts zu bieten hat.

Carl Ditters von Dittersdorf
Sinfonie Nr. 1 C-Dur Kr. 73
„Les quatre âges du monde” (Auswahl)
Scherzo. Allegro e vivace (2. Satz)
Finale. Prestissimo – Allegretto (4. Satz)


Joseph Haydn
Sinfonia concertante B-Dur Hob. I:105
Allegro
Andante
Allegro con spirito


Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie C-Dur KV 551 „Jupiter“
Allegro vivace
Andante cantabile
Menuetto
Molto allegro

Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau
Youngkun Kwak
, Violine
Jessica Kuhn, Violoncello
Claire Sirjacobs, Oboe
David Spranger, Fagott
Sebastian TewinkelLeitung

Veranstaltungsort:
Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Wegbeschreibung
Hotelangebot
Routenplaner

Veranstalter:

Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau

Preise:

Kartenpreise: 37,50€
Ermäßigungen

21.03.2026Frühlingskonzert - Tausendsassa

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Frühlingskonzert - Tausendsassa

FRÜHLINGSKONZERT
Im Jahre 2003 beauftragte der belgische Barockgeiger Sigiswald Kuijken den Geigenbauer Dmitry Badiarov mit dem Nachbau eines ganz bestimmen Instruments: eines kleinen Cellos, nur 60 cm lang, das dem Spieler an einem Gurt um den Hals hängt – daher rührt der Name Violoncello da spalla (deutsch: Schulter-Cello). Bei der Rekonstruktion konnte Badiarov lediglich auf drei noch erhaltene Streichinstrumente dieser Art in Tenorlage zurückgreifen. Mehrere Indizien deuten darauf hin, dass auf einem davon Johann Sebastian Bach seine Cellosuiten selbst gespielt haben könnte.
Der momentan weltweit bekannteste Virtuose auf dem Violoncello da spalla ist der aus St. Petersburg stammende musikalische Tausendsassa Sergey Malov. Er spielt auf höchstem Niveau Violine, Viola, Barockvioline und eben Violoncello da spalla. Auch sein Instrument wurde von Badiarov gebaut, ist jedoch nicht mit Darmsaiten, sondern mit speziellen synthetischen Saiten bespannt. Sein besonders weicher, schlanker, aber dennoch cellotypischer Ton eignet sich hervorragend, um den Solopart des Cellokonzerts von Carl Philipp Emanuel Bach im Frühlingskonzert darzubieten.
Nach der Pause greift Sergey Malov zur Violine, um sanft und melancholisch für eine Überleitung zu Dmitri Schostakowitschs Kammersymphonie op. 110a zu sorgen, eine der persönlichsten und erschütterndsten musikalischen Aussagen des 20. Jahrhunderts. Sie wurde nach dem Quartett Nr. 8 c-Moll des Komponisten kongenial von Rudolf Barshai für Streichorchester arrangiert.

Carl Philipp Emanuel Bach
Sinfonie h-Moll Wq 182 Nr. 5 (H. 661)
Allegretto
Larghetto
Presto


Carl Philipp Emanuel Bach
Konzert für Violoncello und Orchester A-Dur Wq 172 (H. 439)
Allegro
Largo e mesto
Allegro assai


Peter Tschaikowsky
Sérénade mélancolique b-Moll op. 26
(Fassung für Violine und Streichorchester von Ignacio Massun)

Dmitri Schostakowitsch
Kammersymphonie op. 110a
(arrangiert und orchestriert von Rudolf Barshai nach dem Streichquartett Nr. 8 c-Moll)
Largo
Allegro molto
Allegretto
Largo
Largo

Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau
Sergey Malov,
Violoncello da spalla & Violine
Sebastian TewinkelLeitung

Veranstaltungsort:
Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Wegbeschreibung
Hotelangebot
Routenplaner

Veranstalter:

Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau

Preise:

Kartenpreise: 37,50€
Ermäßigungen

11.07.2026Sommerkonzert - Vernissage

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Sommerkonzert - Vernissage

SOMMERKONZERT
Obwohl sich das BKO in erster Linie als Streichorchester definiert, schwirrte in den Köpfen seiner Bläser-Mitglieder schon seit Jahren eine fixe Idee herum: ein reines Bläserprojekt. Ein sprichwörtlich langer Atem war vonnöten, doch nun wird diese Idee tatsächlich aufgegriffen und im Sommerkonzert umgesetzt. Das Programm knüpft an die Tradition der serenadenhaften Harmoniemusiken an – sowohl die Serenade für 13 Bläser von Richard Strauss als auch die für 10 Bläser, Violoncello und Kontrabass von Antonín Dvořák erinnern in ihrer Instrumentierung und Struktur an Mozarts „Gran Partita“ und sind als Huldigung an die Blütezeit der Gattung zwischen 1770 und 1830 zu deuten.
Das Highlight dürften jedoch Modest Mussorgskis ungemein populäre „Bilder einer Ausstellung“ sein, 1874 im Andenken an den früh verstorbenen Künstler Viktor Hartmann als Klavierzyklus entstanden. Die Fassung von Andreas N. Tarkmann für 12 Bläser und Kontrabass steht den zahlreichen anderen Arrangements dieses unverwüstlichen Werkes in nichts nach. Wie bei einer Vernissage defilieren auch hier einzelne Bilder vor dem inneren Auge des Betrachters bzw. Zuhörers: Ein hinkender Gnom schleicht vorüber, Kinder toben im Park, zwitschernde Küken schlüpfen aus ihren Eierschalen und tanzen Ballett, Verkäuferinnen keifen auf einem turbulenten Markt. Die böse Hexe Baba Jaga, ein altes Schloss und das Große Tor von Kiew ergänzen das bunte Kolorit, dem sich auch der Bayerische Rundfunk offenbar nicht entziehen konnte – das Studio Franken zeichnet das Sommerkonzert auf.

Richard Strauss
Serenade Es-Dur für 13 Bläser op. 7
Andante

Antonín Dvořák
Serenade d-Moll für 10 Bläser, Violoncello und Kontrabass op. 44
Moderato, quasi marcia
Minuetto. Tempo di minuetto – Trio. Presto
Andante con moto
Finale. Allegro molto


Modest Mussorgskij
Bilder einer Ausstellung
(Bearbeitung für 12 Blasinstrumente und Kontrabass von Andreas N. Tarkmann)
Promenade
Gnomus
Das alte Schloss
Tuilerien
Bydlo
Ballet der Küken in ihren Eierschalen
Samuel Goldenberg und Schmuyle
Der Marktplatz von Limoges
Die Katakomben
Die Hütte auf Hühnerfüßen (Baba-Jaga)
Das große Tor von Kiew

Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau
Sebastian TewinkelLeitung

Veranstaltungsort:
Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Wegbeschreibung
Hotelangebot
Routenplaner

Veranstalter:

Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau

Preise:

Kartenpreise: 37,50€
Ermäßigungen

19.09.2026Herbstkonzert - Paradies

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Herbstkonzert - Paradies

HERBSTKONZERT
Mit Sinfonien von Gustav Mahler assoziiert man automatisch einen großen Apparat. Ein ganz extremes Beispiel in dieser Hinsicht stellt die oft als „Sinfonie der Tausend“ genannte 8. Sinfonie dar, die bei der Premiere 1910 in München ein Massenaufgebot an 1.028 Sängern und Instrumentalisten erforderte! Die 4. Sinfonie gilt dagegen als Mahlers lichteste – auch mit einem Sopransolo, dafür aber insgesamt kleiner besetzt. Trotzdem erntete der Chefdirigent Sebastian Tewinkel zunächst ungläubige Blicke und Kopfschütteln mit seinem Vorschlag, im Herbstkonzert Mahlers Vierte aufzuführen. Wie soll das denn gehen?
Die Lösung des Rätsels verbirgt sich hinter dem Namen Klaus Simon. Der deutsche Pianist, Dirigent und Arrangeur legte 2007 eine überzeugende Bearbeitung dieser Sinfonie für Sopran und Ensemble vor, die es dem BKO ermöglicht, die Vierte aufs Programm zu setzen und mit gut zwei Dutzend Musikern auf der Bühne zu Gehör zu bringen. Für die vokale Partie im Finalsatz, geschrieben auf das Gedicht „Das himmlische Leben“ aus der Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“, wurde die slowakische Sopranistin Simona Šaturová engagiert.
Von Theodor W. Adorno stammt das Bonmot, Mahlers Vierte sei ein Meisterwerk des „Als-Ob von der ersten bis zur letzten Note“. Und tatsächlich erweist sich die Idylle als trügerisch, der aus kindlicher Perspektive gezeichnete Traum vom Paradies als naiv. Das jenseitige Schlaraffenland bleibt letztendlich ein utopischer Gegenentwurf zum irdischen Dasein.

Georg Friedrich Händel
Concerto grosso G-Dur op. 6/1 HWV 319
Tempo giusto
Allegro
Adagio
Allegro
Allegro

Georg Friedrich Händel
„Piangerò la sorte mia“
Arie der Cleopatra aus der Oper „Giulio Cesare in Egitto” HWV 17

Gustav Mahler
Symphonie Nr. 4 G-Dur
(Bearbeitung für Sopran und Kammerorchester von Klaus Simon)
Bedächtig. Nicht eilen
In gemächlicher Bewegung ohne Hast
Ruhevoll
Sehr behaglich

Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau
Simona Saturová,
Sopran
Sebastian TewinkelLeitung

Veranstaltungsort:
Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Wegbeschreibung
Hotelangebot
Routenplaner

Veranstalter:

Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau

Preise:

Kartenpreise: 37,50€
Ermäßigungen

21.11.2026Winterkonzert - Madame X

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Winterkonzert - Madame X

WINTERKONZERT
Als Théodore de Wyzewa und Georges de Saint-Foix in ihrer Mozart-Biografie von 1912 Fakten und Fiktion vermischten und für die unbekannte Widmungsträgerin des Klavierkonzerts Es-Dur KV 271 den Nachnamen „Jeunehomme“ kreierten, ahnten sie wohl nicht, welche Konsequenzen das haben würde. In der Folge schrieben diverse Autoren diesen zwar wohlklingenden, aber letztlich frei erfundenen Namen von ihnen ab und dieser verfestigte sich als Beiname des Werkes tief.
Generationen von Musikwissenschaftlern zerbrachen sich daraufhin den Kopf, wer diese mysteriöse Madame gewesen sein könnte. Die Phantomjagd war erst 2004 zu Ende: Dr. Michael Lorenz identifizierte sie als die älteste Tochter des mit Mozart befreundeten Tänzers Jean Georges Noverre. 1749 in Straßburg geboren und auf die Namen Louise Victoire getauft, kam sie 1767 mit ihrem Vater nach Wien und heiratete dort ein Jahr später den Kaufmann Joseph Jenamy.
Madame Jenamy dürfte sehr flinke Finger gehabt haben, denn das Konzert fordert ein hohes Maß an Virtuosität. Über eine nicht minder filigran ausgeprägte pianistische Technik und Gestaltungskunst verfügt aber auch Herbert Schuch, dem das BKO sein Winterkonzert als Play & Conduct-Projekt anvertraut hat. Vor der Pause wird sich der renommierte deutsche Pianist noch auf gewohntem Terrain bewegen, danach lässt er seinen dirigentischen Ambitionen in der Streicherserenade des schwedischen Komponisten Dag Wirén und einer Sinfonie von Joseph Haydn freien Lauf.

Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Klavier und Orchester Es-Dur KV 271 „Jenamy”
Allegro
Andantino
Rondeau


Dag Wirén
Serenade für Streicher op. 11
Allegro molto
Andante espressivo
Allegro vivace
Tempo di marcia, molto ritmico


Joseph Haydn
Sinfonie D-Dur Hob. I:42
Moderato e maestoso
Andantino e cantabile
Menuetto. Allegretto
Finale. Scherzando e presto

Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau
Herbert Schuch, Klavier und Leitung

Veranstaltungsort:
Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Wegbeschreibung
Hotelangebot
Routenplaner

Veranstalter:

Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau

Preise:

Kartenpreise: 37,50€
Ermäßigungen

Konzertarchiv

22.11.2025Winterkonzert

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Winterkonzert

Nach einer Tournee durch Süddeutschland im Frühjahr 2024, bei der das BKO unter anderem Franz Schuberts Streichquartett Nr. 14 „Der Tod und das Mädchen“ in einer eigenen Bearbeitung für Streichorchester aufführte, wird dieses bedeutende Werk der Streichquartettliteratur im Winterkonzert auch für das Stammpublikum programmiert. Der plakative Beiname geht auf den zweiten Satz des Quartetts zurück – eine Variationsreihe, deren Thema einem von Schubert selbst komponierten Kunstlied entstammt. Wozu aber eine Bearbeitung, wenn das Original eigentlich nicht zu überbieten ist? Der Sprung vom filigranen Kammermusiksatz zum raumfüllenden Orchesterklang ist trotz des nur minimal veränderten Notenmaterials enorm. Auf dem Fundament der hinzugefügten Kontrabassstimme kann sich der Klang erheben, die feinen Fäden der Einzelstimmen verbinden sich im Orchestersatz zu Tauen. Der Höreindruck wird noch sinnlicher und wirkt einfach überwältigend.

Chorisch besetzt werden auch das Streichsextett „180 beats per minute” von Jörg Widmann und Carl Maria von Webers „Grand Quintetto“ dargeboten. Widmanns frühe Komposition aus dem Jahr 1993 jagt – inspiriert von den schnellen Beats des Techno – mit hoher Pulsfrequenz vorüber und will nicht mehr sein, als sie ist: pure Lust am Rhythmus. Die deutsch-israelische Solistin Sharon Kam gehört heute zu jener Handvoll Klarinettisten, die international gefragt sind. Sie lebt in Hannover, wo sie seit 2022 als Professorin für Klarinette an der dortigen Musikhochschule tätig ist. Von der Presse wird sie als rastlose Künstlerin mit vielen Facetten gefeiert.

Das Winterkonzert des BKO wird vom Bayerischen Rundfunk – BR Franken aufgezeichnet. Die Aufzeichnung wird kurz vor Weihnachten am Donnerstag,
18. Dezember 2025, um 20:03 Uhr auf BR Klassik gesendet.

Jörg Widmann

180 beats per minute

Carl Maria von Weber
Klarinettenquintett B-Dur op. 34
Allegro
Fantasia. Adagio ma non troppo
Menuetto. Capriccio. Presto
Rondo. Allegro giocoso

Franz Schubert
Der Tod und das Mädchen
(Fassung für Streichorchester)
Allegro
Andante con moto
Scherzo. Allegro molto
Presto

20.09.2025Herbstkonzert

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Herbstkonzert

50 Quadratmeter. Diese Zahl schoss sofort durch die Köpfe des BKO-Managements, als die künstlerische Leitung zusammen mit der Orchestervertretung den Wunsch äußerte, im Rahmen des Herbstkonzerts einen symphonischen Ausflug unternehmen zu wollen. So groß oder eher klein ist die Bühne im König Ludwig I.-Saal, der angestammten Spielstätte für die Jahreszeitenkonzerte. Eine Quadratur des Kreises zeichnete sich ab… Letztendlich brachte eine Probe aufs Exempel die Lösung: Dank einer innovativen Sitzordnung des Orchesters, einer ordentlichen Portion guten Willens und der Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten bekam das Vorhaben grünes Licht.

Ludwig van Beethovens erste Sinfonie von 1800 – in der Tonart C-Dur, die in der Wiener Klassik für die Aufklärung und den Neubeginn stand – markiert den Anfang eines musikalischen Schaffens, welches zu einem Vermächtnis für die Menschheit werden sollte. In der Folge formte Beethoven die Gattung mit weiteren acht teilweise schwergewichtigen Sinfonien neu und setzte Maßstäbe, an denen sich die künftigen Generationen messen lassen mussten. Felix Mendelssohn scheint dieses gewaltige Erbe jedoch wenig Kopfzerbrechen bereitet zu haben: Angesteckt von der Lebenslust der Italiener schildert er in seiner „Italienischen“ Sinfonie Eindrücke der 1830/31 unternommenen und durch Johann Wolfgang von Goethe inspirierten Bildungsreise durch „das Land, wo die Zitronen blühn“. Gleich zu Beginn der Sinfonie zieht er alle Register und reißt den Hörer mitten hinein in einen Strudel temperamentvoller Heiterkeit.

Gioachino Rossini
Ouvertüre zu „L’italiana in Algeri“
Andante
Allegro

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21
Adagio molto – Allegro con brio
Andante cantabile con moto
Menuetto. Allegro molto e vivace
Finale. Adagio – Allegro molto e vivace

Felix Mendelssohn
Sinfonie Nr. 4 A-Dur op. 90 „Italienische“
Allegro vivace
Andante con moto
Menuetto. Con moto moderato
Saltarello. Presto

12.07.2025Sommerkonzert

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Sommerkonzert

Mit dem Namen Arnold Schönberg sind in der Öffentlichkeit einige Reizwörter wie Atonalität oder Zwölftonmusik verbunden. Dabei wird komplett verdrängt, dass die radikale Methode des Komponierens „mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen“ von dem Anführer und geistigen Vater der Zweiten Wiener Schule erst um 1920 entwickelt wurde und Schönberg davor zwei Dekaden lang mehr oder weniger tonal komponiert hat. Dass er schon als junger Autodidakt imstande war, in bester Wiener Tradition Walzer mit Gassenhauer-Qualitäten zu schreiben, lässt sich aus zehn charmanten Versuchen heraushören, die im Nachlass des Komponisten gefunden wurden und aus denen das BKO in seinem Sommerkonzert eine Auswahl präsentiert.

Als seine erste vollgültige Arbeit betrachtete Schönberg selbst das Streichsextett „Verklärte Nacht“ aus dem Jahr 1899, von dem er später gleich zwei Bearbeitungen für Streichorchester anfertigte. Diesem noch fest in der Spätromantik verwurzelten Opus ist in der Partitur ein fünfstrophiges Gedicht von Richard Dehmel vorangestellt, welches den Gang eines Paars im Mondschein beschreibt. Die Frau gesteht ihrem Liebhaber, dass sie von einem anderen ein Kind erwartet und trifft auf großmütiges Verständnis des Mannes, der das Kind als sein eigenes annehmen will.

Schönbergs Werke werden mit zwei Hornkonzerten von Wolfgang Amadeus Mozart kontrastiert. Den solistischen Part übernimmt Christoph Eß. Er ist Solohornist der Bamberger Symphoniker, Mitbegründer des Hornquartetts „german hornsound“ und Professor für Horn an der Musikhochschule in Würzburg.

Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Horn und Orchester Nr. 2 Es-Dur KV 417
Allegro
Andante
Rondo. Allegro

Arnold Schönberg
Walzer für Streichorchester (Auswahl)
Nr. 1: Kräftig
Nr. 2: Nicht zu rasch
Nr. 3: Etwas langsam
Nr. 4: Etwas rasch
Nr. 7: Kräftig

Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Horn und Orchester Nr. 4 Es-Dur KV 495
Allegro maestoso
Romance. Andante cantabile
Rondo. Allegro vivace

Arnold Schönberg
Verklärte Nacht op. 4
 (Ursprünglich Sextett von 1899 für zwei Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli nach einem Gedicht von Richard Dehmel in einem Satz; revidierte Fassungdes Komponisten für Streichorchester von 1943)
Grave
Molto rallentando
A tempo
Adagio
Adagio, molto tranquillo

22.03.2025Frühlingskonzert

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Frühlingskonzert

Bereits vor einigen Jahren wurde der 21. März vom europäischen Netzwerk „Réseau Européen de Musique Ancienne“ zum Tag der Alten Musik ausgerufen. Dieses Datum gilt als Geburtstag von Johann Sebastian Bach, und dieser wiederum jährt sich 2025 zum 340. Mal. Ein Detail scheint dabei niemanden zu stören: In der protestantischen Gegend um Bachs Geburtsort Eisenach wurde zu jener Zeit noch der alte julianische Kalender verwendet, sodass – nach unserem gregorianischen Kalender gezählt – die Geburt des Barock-Genies streng genommen erst am 31. März gefeiert werden müsste. Wie dem auch sei: Unter dem Motto „Let’s celebrate Early Music!“ finden Ende März auf dem ganzen Kontinent Festivitäten statt, um der Alten Musik im Allgemeinen und dem Leipziger Thomaskantor im Besonderen zu huldigen.

Das BKO spielt auf modernen Instrumenten und in moderner Stimmung, ist also kein auf historische Aufführungspraxis spezialisiertes Ensemble. Dennoch schließt es sich diesem Reigen an und lädt sich zu seinem Frühlingskonzert folgerichtig Christine Busch ein. Die Professorin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart ist als Solistin, Kammermusikerin und Konzertmeisterin sowohl mit der modernen als auch mit der Barockgeige unterwegs. Sie wird das BKO in der historisch informierten Interpretation coachen und mit ihm ein Programm einstudieren, in dem der Jubilar Bach mit dem Violinkonzert a-Moll und dem Brandenburgischen Konzert Nr. 4 prominent vertreten ist. Die Langzeitwirkung Bachs und das konzertante Prinzip entfalten sich außerdem auch in den Werken der zeitgenössischen Komponisten Arvo Pärt und Wolfram Graf.

Francesco Venturini
Suite in e-Moll
Ouverture. Adagio – Gavotte – Sarabanda –
Angloise & Trio – Rondeau – Gigue

Arvo Pärt
„Fratres“ für Violine, Streicher und Schlagzeug

Johann Sebastian Bach
Konzert für Violine, Streicher und Basso continuo Nr. 1 a-Moll BWV 1041
Ohne Tempobezeichnung (Allegro)
Andante
Allegro assai

Georg Philipp Telemann
Sinfonia spirituosa D-Dur TWV 44:1
Spirituoso
Largo
Vivace

Wolfram Graf
Mondenweben

Johann Sebastian Bach
Brandenburgisches Konzert Nr. 4 G-Dur BWV 1049
Allegro
Andante
Presto

06.01.2025Dreikönigskonzert

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Dreikönigskonzert

 

Mit einer zweiteiligen Dramaturgie läutet das BKO seine mittlerweile 46. Saison ein. Die melancholische Serenade für Streicher von Edward Elgar wirkt zu Beginn des Dreikönigskonzerts wie eine wehmütige Reminiszenz an die glorreiche viktorianische Ära, während Benjamin Brittens „Les Illuminations“ klar in der Moderne angesiedelt sind und den Blick nach vorn richten. Dieser Liederzyklus des unbestreitbar größten britischen Komponisten des 20. Jahrhunderts ist eine ebenso expressive wie sensible Vertonung von zehn Gedichten Arthur Rimbauds, die sich durch eine klangsinnliche Wortmalerei auszeichnen. Weitestgehend beschreiben sie Szenen des modernen Großstadtlebens, einige beschwören surrealistische, mitunter erotische Traumbilder herauf. Da gibt es berauschende und gewaltige Paläste aus Kristall und Metall, und direkt daneben Feenköniginnen und Bacchantinnen aus der Vorstadt.

Der Spruch, dass aller guten Dinge drei sind, trifft perfekt auf die Zusammenarbeit des BKO mit der norwegischen Sopranistin Berit Norbakken zu. Der erste Versuch im Jahr 2021 konnte wegen des totalen Lockdowns gar nicht umgesetzt werden, beim zweiten in 2022 verhinderten die immer noch andauernden Corona-Maßnahmen die Aufführung des kompletten Liederzyklus. Nun also der dritte Anlauf mit Britten, zu dem das BKO nach der Pause auch eine ausdrucksstarke Sinfonie und die Solistin eine dramatische Konzertarie von Wolfgang Amadeus Mozart beisteuern. Diese wurde für eine der größten Diven jener Zeit, die Prager Sängerin Josepha Duschek, komponiert.

Edward Elgar
Serenade e-Moll für Streicher op. 20
Allegro piacevole
Larghetto
Allegretto

Benjamin Britten
Les Illuminations op.18
Liederzyklus für hohe Stimme und Streichorchester
Fanfare – Villes – Phrase and Antique –
Royauté – Marine – Interlude – Being beauteous –
Parade – Départ

Wolfgang Amadeus Mozart
„Ah, lo previdi! – Deh, non varcar“ KV 272
Rezitativ und Arie für Sopran und Orchester

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie A-Dur KV 201
Allegro moderato
Andante
Menuetto – Trio
Allegro con spirito

09.11.2024Winterkonzert - Folklore

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Winterkonzert - Folklore

Es war Mitte der 1990er Jahre, als sich der Flötist Matthias Ziegler an den aus dem Tadschikistan stammenden Komponisten Benjamin Yusupov mit der Bitte wandte, ihm sozusagen ein Werk auf den Leib zu schreiben. Neben der üblichen Querflöte sollten darin auch andere Flöten vorkommen, die man sonst in den Konzertsälen kaum hört oder sieht: Bassflöte, Kontrabassflöte und Flöte mit Membran. So entstand „Nola“ – ein zweisätziges Konzert für verschiedene Flöten und Streichorchester.
Nola ist ein persisches Wort mit mehreren Bedeutungen. Unter anderem steht es für die Ausschmückung des Klangs. Ausgehend von der mittelasiatischen Folklore versuchte Yusupov die östliche Musikästhetik mit dem Regelwerk westlicher Komponisten unter einen Hut zu bringen. Diese seltene Begegnung verschafft dem Hörer die Gelegenheit, in zwei Welten gleichzeitig einzutauchen. Eine weitere Besonderheit ist der Einsatz vom Looping-Gerät, mit dessen Hilfe der Solist die rhythmische Basis für den Dialog zwischen ihm und dem Orchester erzeugt.
Das BKO und Sebastian Tewinkel kombinieren im Winterkonzert Yusupovs höchst originelles Werk mit Stücken von Franz Schubert und Antonín Dvořák. Sie galten ihren Zeitgenossen als komponierende „Naturburschen“ und waren beide tief in der Volksmusik verwurzelt: Man denke etwa an die Ländler von Schubert oder das charakteristische Idiom, mit dem Dvořák zum Mitbegründer eines tschechischen Nationalstils in der Musik avancierte.

 

Franz Schubert (1797-1828)
Quartettsatz c-Moll D 703
Allegro assai

Benjamin Yusupov(*1962)
Nola. Konzert für verschiedene Flöten und Streichorchester (1994)
1st Movement
2nd Movement

Antonín Dvořák(1841-1904)
Serenade E-Dur für Streichorchester op. 22
Moderato
Tempo di Valse
Scherzo. Vivace
Larghetto
Finale. Allegro vivace

21.09.2024Herbstkonzert - Kaleidoskop

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Herbstkonzert - Kaleidoskop

Das Kaleidoskop war schon den alten Griechen bekannt, musste aber 1816 vom schottischen Physiker David Brewster erneut entdeckt werden. Das optische Gerät wird häufig als Spielzeug verwendet, doch nicht nur Kinder sind fasziniert von den symmetrischen, farbenfrohen und sich ständig verändernden Mustern, die durch das Drehen eines Rohrs in seinem Inneren entstehen. Der Begriff setzt sich eigentlich aus drei Wörtern zusammen und bedeutet übersetzt: schöne Formen sehen.
Mit schönen Formen beschäftigen sich Sebastian Tewinkel, die Pianistin Annika Treutler und das BKO im Herbstkonzert. Dem bezaubernden „Sommer-Pastorale“ von Arthur Honegger ist das Zitat von Arthur Rimbaud vorangestellt: „J’ai embrassé l’aube d’été“ (Ich habe des Sommers Morgenröte umschlungen). Den emotionalen Mittelpunkt des Klavierkonzerts A-Dur KV 488 von Wolfgang Amadeus Mozart bildet das Adagio im Siciliano-Rhythmus: Die bei Mozart seltene Tonart fis-Moll verleiht dem Satz einen besonders luziden Charakter.
Igor Strawinsky schrieb sein Concerto in Es im Stil der Brandenburgischen Konzerte und im Auftrag eines amerikanischen Kunstmäzens, der es auf seinem Landsitz Dumbarton Oaks in der Nähe von Washington D.C. uraufführen ließ. Richard Wagner wiederum komponierte das „Siegfried-Idyll“ heimlich für seine Frau Cosima zur Erinnerung an die Geburt ihres ersten Sohnes Siegfried. Die symphonische Dichtung besticht durch idyllisch-verklärte Klangfarben.

Arthur Honegger(1892-1955)
Pastorale d’été
Sinfonisches Gedicht für kleines Orchester

Wolfgang Amadeus Mozart(1756-1791)
Konzert für Klavier und Orchester A-Dur KV 488
Allegro
Adagio
Allegro assai


Igor Strawinsky(1882-1971)
Concerto in Es Dumbarton Oaks
Tempo giusto
Allegretto
Finale. Con moto


Richard Wagner(1813-1883)
Siegfried-Idyll WWV 103

13.07.2024Sommerkonzert - Elemente

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Sommerkonzert - Elemente

Dass ausgerechnet musikalischer Freigeist und Gratwanderer Ariel Zuckermann den Auftrag für die musikalische Ausgestaltung und Leitung des Sommerkonzerts vom BKO erhalten hat, hängt stark mit seiner Vielseitigkeit zusammen. Als ehemaliger Chefdirigent des Israel Chamber Orchestra und aktueller künstlerischer Leiter des Georgischen Kammerorchesters Ingolstadt profiliert er sich in erster Linie mit dem Taktstock in der Hand, weiß aber auch hervorragend mit der Querflöte umzugehen. So verwundert es nicht, dass Antonio Vivaldis Flötenkonzert „La tempesta di mare“ sowie ein weiteres Flötenkonzert von Carl Philipp Emanuel Bach auf dem Programm zu finden sind. Mit dem Empfindsamen Stil des berühmtesten Bach-Sohns korrespondiert wunderbar Joseph Haydns Sinfonie „La Passione“ – es ist die einzige Sinfonie des Wiener Klassikers in der für die damalige Zeit ungewöhnlichen Tonart f-Moll.
Das Hauptwerk des Programms sind jedoch die „Elemente“ des hierzulande kaum bekannten Genies Jean-Féry Rebel. Der Schüler Lullys und zeitweise Direktor des „Concert spirituel“ (eine der ersten öffentlichen Konzertreihen überhaupt) nahm sich etwas Krasses vor: die Entstehung der Erde zu vertonen! Das 1737 ursprünglich als Ballett konzipierte Werk nimmt die Neue Musik vorweg und beginnt mit einem Cluster – also einem Klangeffekt, der durch das Übereinanderstellen kleiner Intervalle entsteht. Erst rund 220 Jahre später machten György Ligeti oder Krzysztof Penderecki dieses kühne, hochmoderne Klangexperiment nach.

Antonio Vivaldi(1678-1741)
Konzert für Flöte, Streicher und Basso continuo F-Dur op. 10/1 (RV 433)
Allegro
Largo
Presto


Jean-Féry Rebel(1666-1747)
Les Élémens
Le Cahos (Chaos)
Loure I: La Terre et L’Eau
Chaconne: Le Feu
Ramage: L’Air
Rossignols
Loure II
Tambourins I & II: L’Eaux
Sicilienne
Rondeau: Air pour l’Amour
Caprice

Carl Philipp Emanuel Bach(1714-1788)
Konzert für Flöte, Streicher und Basso continuo d-moll Wq 22 (H 426)
Allegro
Un poco andante
Allegro di molto

Joseph Haydn (1732-1809)
Sinfonie f-Moll Hob. I:49 „La Passione“
Adagio
Allegro di molto
Menuett
Finale. Presto

 

20.04.2024Frühlingskonzert - Paris

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Frühlingskonzert - Paris

„Paris ist alles, was du willst!“, schwärmte Frédéric Chopin im Herbst 1831 nach seiner Ankunft in der Seine-Metropole, die seit dem Mittelalter unangefochten ein politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Frankreichs ist. Hier durfte es immer schon mehr sein als woanders, auch in musikalischer Hinsicht. Während man um 1200 in der Provinz noch einstimmig zum Lobpreis Gottes sang, türmte in der Pariser Kathedrale Notre Dame der Magister Pérotin Klanggebilde mit bis zu vier Stimmen auf. Der Hof des „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. war im Barock ein Mekka der französischen Musik und Jean-Baptist Lully ihr Oberpriester. Im 19. Jahrhundert schrieben in Paris Komponisten wie Berlioz, Rossini, Meyerbeer, Wagner oder Offenbach an der Partitur einer Weltstadt mit, die den Aufbruch in die Moderne in einem beispiellosen Tempo vollzogen hat.
Das BKO, Sebastian Tewinkel und der Schweizer Harfenist Joel von Lerber erkunden im Frühlingskonzert die „Stadt der Liebe“ mit einer symmetrischen Dramaturgie. In der Mitte stehen zwei Werke, die ihre Entstehung dem harten Konkurrenzkampf von zwei Pariser Unternehmen verdanken: 1904 wurde Claude Debussy von der Firma Pleyel beauftragt, zwei Tänze für Harfe zu komponieren, um die neuartige „chromatische“ Harfe zu propagieren. Ein Jahr später bestellte der Klavier- und Harfenbauer Erard bei Maurice Ravel ebenfalls ein Kammermusikstück für Harfe. Umrahmt werden sie von zwei der sechs Pariser Sinfonien, die Joseph Haydn kurz vor dem Ausbruch der Französischen Revolution 1785/1786 für die Reihe „Concert de la Loge Olympique“ fertigstellte.

Joseph Haydn (1732-1809)
Sinfonie B-Dur Hob. I:85 „La Reine“
Adagio – Vivace
Romanze. Allegretto
Menuetto
Finale. Presto


Claude Debussy(1862-1913)
Danse sacrée et danse profane für Harfe und Streichorchester

Maurice Ravel(1875-1937)
Introduction et Allegro für Harfe, Flöte, Klarinette und Streicher

Joseph Haydn (1732-1809)
Sinfonie A-Dur Hob. I:87
Vivace
Adagio
Menuet
Finale. Vivace

 

06.01.2024Dreikönigskonzert - Mittelmeer

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Dreikönigskonzert - Mittelmeer

Auf eine musikalische Entdeckungsreise rund um das Mittelmeer begibt sich das BKO unter der Leitung seines Chefdirigenten Sebastian Tewinkel im traditionellen Dreikönigskonzert. Als Entrée wird eine frühe Sinfonie von Joseph Haydn präsentiert, deren letzter Satz „La Tempestà“ den im Barock und in der Klassik beliebten Topos eines Gewitters aufgreift.
Virtuose Variationen für Klarinette und Orchester von Gioachino Rossini strahlen einen Glanz aus, der zur festlichen Atmosphäre eines Dreikönigskonzerts perfekt passt. Die kantablen Melodien des „Schwans von Pesaro“ gelten als Inbegriff von „Italianità“, sie sind ein klingender Ausdruck italienischer Lebensart.
Auf der Route von West nach Ost ist Griechenland die nächste Station. Nikos Skalkottas‘ Volkstänze für Streichorchester stammen aus fünf verschiedenen Regionen des Landes: Vom bergigen, zerklüfteten Epirus im Nordwesten des Festlandes über das mythische Arkadien auf der Halbinsel Peloponnes geht es bis zur größten griechischen Insel Kreta.
Die Reise endet schließlich in Israel: Die „Hebrew Fantasy“ von Samuel Gardner ist nichts anderes als auskomponierte, zwischen klagender Trauer und ungezügelter Freude changierende Klezmermusik. In dieser Welt fühlt sich der stilistisch flexible Solist des Abends Sebastian Manz, seines Zeichens Solo-Klarinettist im SWR Symphonieorchester Stuttgart, genauso wohl wie in der klassischen Konzertliteratur.

Joseph Haydn (1732-1809)
Sinfonie G-Dur Hob. I:8 „Le Soir“
Allegro molto
Andante
Menuetto
Finale: La Tempestà. Presto


Gioachino Rossini (1792-1868)
Introduktion, Thema und Variationen für Klarinette und Orchester
(Bearbeitung von Jost Michaels)

Nikos Skalkottas(1904-1949)
Fünf griechische Tänze
(Fassung für Streichorchester)
Epirotikos
Kretikos
Tsamikos
Arkadikos
Kleftikos


Samuel Gardner(1891-1984)
„Hebrew Fantasy“ für Klarinette und Streicher (1921)
Street Song. Lento
Allegretto scherzoso
Father of Mercy. Lento, lamentando
At the Wedding. Molto moderato, quasi recitativo
Allegro molto e vivacemente