21.11.2026Winterkonzert - Madame X

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Winterkonzert - Madame X

WINTERKONZERT
Als Théodore de Wyzewa und Georges de Saint-Foix in ihrer Mozart-Biografie von 1912 Fakten und Fiktion vermischten und für die unbekannte Widmungsträgerin des Klavierkonzerts Es-Dur KV 271 den Nachnamen „Jeunehomme“ kreierten, ahnten sie wohl nicht, welche Konsequenzen das haben würde. In der Folge schrieben diverse Autoren diesen zwar wohlklingenden, aber letztlich frei erfundenen Namen von ihnen ab und dieser verfestigte sich als Beiname des Werkes tief.
Generationen von Musikwissenschaftlern zerbrachen sich daraufhin den Kopf, wer diese mysteriöse Madame gewesen sein könnte. Die Phantomjagd war erst 2004 zu Ende: Dr. Michael Lorenz identifizierte sie als die älteste Tochter des mit Mozart befreundeten Tänzers Jean Georges Noverre. 1749 in Straßburg geboren und auf die Namen Louise Victoire getauft, kam sie 1767 mit ihrem Vater nach Wien und heiratete dort ein Jahr später den Kaufmann Joseph Jenamy.
Madame Jenamy dürfte sehr flinke Finger gehabt haben, denn das Konzert fordert ein hohes Maß an Virtuosität. Über eine nicht minder filigran ausgeprägte pianistische Technik und Gestaltungskunst verfügt aber auch Herbert Schuch, dem das BKO sein Winterkonzert als Play & Conduct-Projekt anvertraut hat. Vor der Pause wird sich der renommierte deutsche Pianist noch auf gewohntem Terrain bewegen, danach lässt er seinen dirigentischen Ambitionen in der Streicherserenade des schwedischen Komponisten Dag Wirén und einer Sinfonie von Joseph Haydn freien Lauf.

Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Klavier und Orchester Es-Dur KV 271 „Jenamy”
Allegro
Andantino
Rondeau


Dag Wirén
Serenade für Streicher op. 11
Allegro molto
Andante espressivo
Allegro vivace
Tempo di marcia, molto ritmico


Joseph Haydn
Sinfonie D-Dur Hob. I:42
Moderato e maestoso
Andantino e cantabile
Menuetto. Allegretto
Finale. Scherzando e presto

Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau
Herbert Schuch, Klavier und Leitung

Veranstaltungsort:
Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

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Veranstalter:

Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau

Preise:

Kartenpreise: 37,50€
Ermäßigungen

09.01.2027Neujahrskonzert - Peter und der Wolf

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

NEUJAHRSKONZERT "PETER UND DER WOLF"

Wer kennt es denn nicht, das geniale Musikmärchen „Peter und der Wolf“ von Sergej Prokofjew? 1936 auf Anregung der Leiterin des Moskauer Kindertheaters Natalija Saz entstanden, macht das Werk in Form einer Programmmusik Generationen von Kindern mit den Instrumenten des Sinfonieorchesters vertraut. Doch auch Erwachsene haben offenbar ihren Spaß an der eingängigen, leicht verständlichen Musik, die beschreibend und untermalend der Handlung folgt – das ergab zumindest eine kleine, nicht repräsentative Umfrage unter den Mitgliedern des Freundeskreises für das BKO. Das eindeutige Ergebnis mit nur einer einzigen Gegenstimme ermutigte jedenfalls den Chefdirigenten Sebastian Tewinkel, Prokofjews bekanntestes Werk aufs Programm des Neujahrskonzerts zu setzen.

Die Geschichte über den mutigen kleinen Jungen, der einen gefräßigen Wolf fängt, konzipierte der Komponist selbst. Vortragen wird sie Rainer Strecker, der neben seiner Bühnentätigkeit auch in Film und Fernsehen präsent ist: So spielte er in diversen „Tatorten“ und gehörte eine Dekade lang als Kommissar Volker Brehm dem Ermittlerteam der ZDF-Krimireihe „Einsatz in Hamburg“ an. Als Hörbuch-Sprecher wurde er vor allem mit seinen eindrucksvollen Interpretationen der „Tintenherz-Trilogie“ von Cornelia Funke bekannt und prämiert.

Der gemeinsame Nenner des restlichen Programms ist Walzer, allerdings anders, als man es bei einem Neujahrskonzert erwarten würde. Um ihn in den facettenreichen Werken von Jacques Ibert, Jean Sibelius und Robert Fuchs zu entdecken, muss man schon ein wenig tiefer graben, aber wer sucht, der findet!

Jacques Ibert
Divertissement
Introduction
Cortège
Nocturne
Valse
Parade
Finale. Quasi cadenza

Robert Fuchs
Serenade Nr. 5 D-Dur op. 53
Adagio con espressione
Allegro grazioso
Allegretto amabile
Allegro vivace

Jean Sibelius
Valse triste op. 44

Sergej Prokofjew
Peter und der Wolf op. 67

Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau
Rainer Strecker,Sprecher
Sebastian Tewinkel, Leitung

Veranstaltungsort:
Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

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Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau

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Kartenpreise: 37,50€
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17.04.2027Frühlingskonzert - Pastorale

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

FRÜHLINGSKONZERT „PASTORALE“

Antonio Vivaldi, im Spätbarock Venedigs berühmtester Komponist, schuf um 1720 den erfolgreichsten Konzert-Zyklus nicht nur seiner Zeit: „Le Quattro Stagioni“ (Die vier Jahreszeiten). Sie fanden schnell Verbreitung in ganz Europa und avancierten zu Lieblingsstücken vieler Hörer – vom französischen König Ludwig XV. bis hin zum Philosophen Jean-Jacques Rousseau. Kein Wunder, denn erfindungsreicher kann man die typische Szenerie jeder Jahreszeit kaum in Tönen einfangen!

Für die Tonmalerei und Nachahmung der Natur war auch Ludwig van Beethoven empfänglich. Die „Szene am Bach“ aus seiner 6. Sinfonie „Pastorale“, der Legende nach am Bachufer zwischen den Wiener Vororten Nußdorf und Grinzing geschrieben, setzt der Natur und dem Landleben ein klangliches Denkmal und leitet im Programm des Frühlingskonzerts zum „Quartetto serioso“ des Jubilars Beethoven über.

Dieses Opus 95 ist eine Reaktion auf die Erschütterungen des Kriegsjahres 1809 und die Besetzung Wiens durch Napoleons Truppen. Zugleich war es jedoch die Zeit, in der Beethoven durch den abgewiesenen Heiratsantrag an Therese Malfatti in eine tiefe Krise stürzte. Es steht fest, dass er vorher nie knapper, härter und lakonischer komponiert hat. Doch ganz am Ende, nachdem der leidende Held quasi schon im Grabe liegt, erhebt sich wie aus dem Nichts eine orgiastische Musik in Dur – eine Vision der Hoffnung und des Aufbruchs.

Das Programm studiert der langjährige Konzertmeister der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und Professor an der Musikhochschule Lübeck Daniel Sepec ein.

Antonio Vivaldi
„Le Quattro Stagioni“ (Vier Jahreszeiten)
Violinkonzerte op. 8, Nr. 1-4

Concerto E-Dur „La Primavera“ (Der Frühling)
Allegro
Largo e pianissimo sempre
Danza pastorale. Allegro

Concerto g-moll „L’Estate” (Der Sommer)
Allegro non molto
Adagio – Presto
Presto. Tempo impetuoso d’estate

Concerto F-Dur „L’Autunno” (Der Herbst)
Ballo e canto di Vilanelli. Allegro – Larghetto – Allegro assai
Adagio
La caccia. Allegro

Concerto f-moll „L’Inverno” (Der Winter)
Allegro non molto
Largo
Allegro – Lento – Allegro

Ludwig van Beethoven
Auszug aus der Sinfonie Nr. 6
F-Dur op. 68 „Pastorale“
Bearbeitung für Streichsextett von Michael Gotthard Fischer (1773-1829)
Szene am Bach. Andante molto moto (2. Satz)

Streichquartett Nr. 11 f-Moll op. 95
„Quartetto serioso“
(Fassung für Streichorchester)
Allegro con brio
Allegretto, ma non troppo
Allegro assai vivace, ma serioso
Larghetto espressivo – Allegretto agitato

Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau
Daniel Sepec, Violine & Leitung

Veranstaltungsort:
Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

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Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau

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10.07.2027Sommerkonzert - Hot Serenade

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

SOMMERKONZERT „HOT SERENADE“

Der britische Posaunist Kris Garfitt gilt als Himmelsstürmer seiner Zunft. Beim Internationalen ARD-Musikwettbewerb 2022 heimste er nicht nur einen 1. Preis ein, sondern auch mehrere Zusatzpreise. Bereits ein Jahr zuvor trat er die Stelle als Solo-Posaunist im WDR Sinfonieorchester Köln an, und seit 2024 hat er außerdem eine Professur an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen inne. Um für sein Instrument repertoiretechnisch zusätzliches Terrain zu erobern, ließ er sich vom Komponisten Matthias Bucher gleich zwei „Konzertstücke“ auf den Leib arrangieren. Beide erklingen im Rahmen des Sommerkonzerts des BKO.

Im Grunde genommen sind es zwar nur Potpourris, sie erzeugen aber eine erstaunliche Wirkung. Die Verbindung von drei Kammermusiksätzen zu einem Concertino fasst die lyrische Bandbreite der Tonkunst Carl Maria von Webers in einem Werk zusammen. Die aus Jazz-Stücken von Erwin Schulhoff zusammengestellte „Hot-Suite“ verrät hingegen einen temperamentvollen Draufgänger, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit neuen Stilrichtungen wie der Avantgarde, dem Expressionismus und eben dem Jazz experimentierte.

Das BKO steuert als Hauptwerk des Programms die Serenade von Josef Suk bei – nach den Serenaden von Peter Tschaikowsky, Antonín Dvořák oder Edward Elgar die letzte der berühmten romantischen Serenaden für Streichorchester, die in der Ära des Chefdirigenten Sebastian Tewinkel noch nicht programmiert wurde.

Joseph Haydn
Sinfonie d-Moll Hob. I: 26 „Lamentatione“
Allegro assai con spirito
Adagio
Menuetto

Carl Maria von Weber
Concertino für Posaune und Kammerorchester
(Bearbeitung von Matthias Bucher)
Moderato
Romance
Rondo

Erwin Schulhoff
Hot-Suite für Posaune und Orchester
(Bearbeitung von Matthias Bucher)
The Syncopaters Peter
Tango
Tempo di Rag
Susi
Ostinato

Josef Suk
Serenade für Streichorchester Es-Dur op. 6
Andante con moto
Allegro ma non troppo e grazioso
Adagio
Allegro giocoso, ma non troppo presto

Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau
Kris Garfitt, Posaune
Sebastian Tewinkel, Leitung

Veranstaltungsort:
Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

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Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau

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Kartenpreise: 37,50€
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25.09.2027Herbstkonzert - Fernes Licht

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

HERBSTKONZERT „FERNES LICHT“

Als die Musikwelt im April 2026 den 80. Geburtstag von Pēteris Vasks begangen hat, wurde ein Komponist geehrt, dessen Werk für viele als ethischer Kompass fungiert. Vasks’ Tonsprache ist geprägt von einer tiefen Menschlichkeit und jener spirituellen Klarheit, die den baltischen Stimmen eine unverwechselbare Resonanz verleiht. Stellvertretend für sein reiches Schaffen steht im Herbstkonzert des BKO das Violinkonzert „Tālā gaisma“ (übersetzt: Fernes Licht) auf dem Programm.

Ohne den historischen Umbruch von 1991, als Lettland seine Fesseln gewaltfrei in einer „Singenden Revolution“ abstreifen konnte, hätte dieses Stück wohl nie das Licht der Welt erblickt. Vasks verarbeitet hier persönliche Kindheitssplitter und die kollektive Erfahrung des lettischen Volkes mit dem sowjetischen Joch. Musikalisch äußert sich dies in extremen Kontrasten: Auf Momente meditativer Ruhe folgen eruptive Ausbrüche, die in einem stampfenden „Valse macabre“ gipfeln. Doch das Chaos behält bei Vasks nie das letzte Wort, die Musik findet stets in eine lichte, versöhnliche Ordnung zurück. Uraufgeführt wurde das Violinkonzert durch Gidon Kremer bei den Salzburger Festspielen 1997. In Bad Brückenau gestaltet den anspruchsvollen solistischen Part die norwegische Geigerin Miriam Helms Ålien.

Kontrastiert wird Vasks‘ Violinkonzert mit einem heiteren, lebensbejahenden Werk von Peter Tschaikowsky. „Erinnerung an Florenz“ nannte der russische Romantiker sein einziges Streichsextett, welches zwar an den Ufern des Arno skizziert, aber erst im heimatlichen Russland fertiggestellt wurde.

 

Pēteris Vasks

Violinkonzert Nr. 1 „Fernes Licht“
I. Andante – Cadenza I
II. Cantabile
III. Mosso – Cadenza II
IV. Cantabile agitato – Cadenza III – Tempo di Valse
V. Andante

Peter Tschaikowsky
Streichsextett d-Moll op. 70
„Souvenir de Florence“
(Fassung für Streichorchester)
Allegro con spirito
Adagio cantabile – Moderato – Tempo I
Allegretto moderato
Allegro vivace

 

Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau
Miriam Helms Ålien, Violine
Sebastian Tewinkel, Leitung

Veranstaltungsort:
Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

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Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau

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Kartenpreise: 37,50€
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06.11.2027Winterkonzert - Abschied

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

WINTERKONZERT „ABSCHIED“

Nach mehr als acht Jahren neigt sich beim BKO die Amtszeit von Chefdirigent Sebastian Tewinkel dem Ende zu… Gibt es etwas Symbolischeres, als mit der „Abschiedssinfonie“ von Joseph Haydn Lebewohl zu sagen?

Der Legende nach wollten Haydn und die Kapelle des Fürsten Esterházy mit dem auskomponierten Abgang von der Bühne den ersehnten Sommerurlaub erzwingen. Der Wahrheitsgehalt dieser Geschichte wird sich wohl nie klären lassen. Manche bezweifeln, dass ausgerechnet am Hofe der ungarischen Magnatenfamilie, bekannt für strenge hierarchische Struktur und Etikette, ein solcher „Streik“ stattgefunden haben soll. Womöglich ist das ungewöhnliche Adagio-Finale nur eines der vielen Haydnschen Experimente der Jahre 1771/72? Die Anweisung an die Musiker zum Verlassen der Plätze steht jedenfalls nicht im Autograf, sondern wird lediglich aus späteren Zeiten überliefert. Felix Mendelssohn etwa führte die Sinfonie als letztes Stück bei einem Konzert im Gewandhaus Leipzig am 22. Februar 1838 auf: Nach und nach löschten die Spieler ihre Kerzen und verließen die Bühne.

Eröffnet wird das Winterkonzert mit der Simple Symphony von Benjamin Britten, die gar nicht so „simple“ ist, wie es ihr Titel suggeriert. Zu einer tollen Abschiedsparty gehört selbstverständlich auch ein spezieller Gast – der Einladung in die Rhön folgt in diesem Fall der weltweit bekannte Bratschist Nils Mönkemeyer, den mit dem BKO eine lange Zusammenarbeit verbindet. Dem scheidenden Chefdirigenten versüßt er den Abschied mit dem Bratschenkonzert von Franz Anton Hoffmeister und der Romanze von Max Bruch.

 

Benjamin Britten
Simple Symphony op. 4
Boisterous Bourée. Allegro ritmico
Playful Pizzicato. Presto possibile pizzicato sempre
Sentimental Sarabande. Poco lento e pesante
Frolicsome Finale. Prestissimo con fuoco

Franz Anton Hoffmeister
Konzert für Viola und Orchester D-Dur
Allegro
Adagio
Rondo. Allegro

Max Bruch
Romanze für Viola und Orchester F-Dur op. 85
Andante con moto
(Fassung für Viola und Streichorchester von Paul Wood)

Joseph Haydn
Sinfonie fis-Moll Hob. I:45 „Abschiedssinfonie“
Allegro assai
Adagio
Menuett. Allegro
Finale. Presto – Adagio

 

Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau
Nils Mönkemeyer, Viola
Sebastian Tewinkel, Leitung

Veranstaltungsort:
Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

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Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau

Preise:

Kartenpreise: 37,50€
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Konzertarchiv

19.09.2026Herbstkonzert - Paradies

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Herbstkonzert - Paradies

HERBSTKONZERT
Mit Sinfonien von Gustav Mahler assoziiert man automatisch einen großen Apparat. Ein ganz extremes Beispiel in dieser Hinsicht stellt die oft als „Sinfonie der Tausend“ genannte 8. Sinfonie dar, die bei der Premiere 1910 in München ein Massenaufgebot an 1.028 Sängern und Instrumentalisten erforderte! Die 4. Sinfonie gilt dagegen als Mahlers lichteste – auch mit einem Sopransolo, dafür aber insgesamt kleiner besetzt. Trotzdem erntete der Chefdirigent Sebastian Tewinkel zunächst ungläubige Blicke und Kopfschütteln mit seinem Vorschlag, im Herbstkonzert Mahlers Vierte aufzuführen. Wie soll das denn gehen?
Die Lösung des Rätsels verbirgt sich hinter dem Namen Klaus Simon. Der deutsche Pianist, Dirigent und Arrangeur legte 2007 eine überzeugende Bearbeitung dieser Sinfonie für Sopran und Ensemble vor, die es dem BKO ermöglicht, die Vierte aufs Programm zu setzen und mit gut zwei Dutzend Musikern auf der Bühne zu Gehör zu bringen. Für die vokale Partie im Finalsatz, geschrieben auf das Gedicht „Das himmlische Leben“ aus der Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“, wurde die slowakische Sopranistin Simona Šaturová engagiert.
Von Theodor W. Adorno stammt das Bonmot, Mahlers Vierte sei ein Meisterwerk des „Als-Ob von der ersten bis zur letzten Note“. Und tatsächlich erweist sich die Idylle als trügerisch, der aus kindlicher Perspektive gezeichnete Traum vom Paradies als naiv. Das jenseitige Schlaraffenland bleibt letztendlich ein utopischer Gegenentwurf zum irdischen Dasein.

Georg Friedrich Händel
Concerto grosso G-Dur op. 6/1 HWV 319
Tempo giusto
Allegro
Adagio
Allegro
Allegro

Georg Friedrich Händel
„Piangerò la sorte mia“
Arie der Cleopatra aus der Oper „Giulio Cesare in Egitto” HWV 17

Gustav Mahler
Symphonie Nr. 4 G-Dur
(Bearbeitung für Sopran und Kammerorchester von Klaus Simon)
Bedächtig. Nicht eilen
In gemächlicher Bewegung ohne Hast
Ruhevoll
Sehr behaglich

11.07.2026Sommerkonzert - Vernissage

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Sommerkonzert - Vernissage

SOMMERKONZERT
Obwohl sich das BKO in erster Linie als Streichorchester definiert, schwirrte in den Köpfen seiner Bläser-Mitglieder schon seit Jahren eine fixe Idee herum: ein reines Bläserprojekt. Ein sprichwörtlich langer Atem war vonnöten, doch nun wird diese Idee tatsächlich aufgegriffen und im Sommerkonzert umgesetzt. Das Programm knüpft an die Tradition der serenadenhaften Harmoniemusiken an – sowohl die Serenade für 13 Bläser von Richard Strauss als auch die für 10 Bläser, Violoncello und Kontrabass von Antonín Dvořák erinnern in ihrer Instrumentierung und Struktur an Mozarts „Gran Partita“ und sind als Huldigung an die Blütezeit der Gattung zwischen 1770 und 1830 zu deuten.
Das Highlight dürften jedoch Modest Mussorgskis ungemein populäre „Bilder einer Ausstellung“ sein, 1874 im Andenken an den früh verstorbenen Künstler Viktor Hartmann als Klavierzyklus entstanden. Die Fassung von Andreas N. Tarkmann für 12 Bläser und Kontrabass steht den zahlreichen anderen Arrangements dieses unverwüstlichen Werkes in nichts nach. Wie bei einer Vernissage defilieren auch hier einzelne Bilder vor dem inneren Auge des Betrachters bzw. Zuhörers: Ein hinkender Gnom schleicht vorüber, Kinder toben im Park, zwitschernde Küken schlüpfen aus ihren Eierschalen und tanzen Ballett, Verkäuferinnen keifen auf einem turbulenten Markt. Die böse Hexe Baba Jaga, ein altes Schloss und das Große Tor von Kiew ergänzen das bunte Kolorit, dem sich auch der Bayerische Rundfunk offenbar nicht entziehen konnte – BR Franken zeichnet das Sommerkonzert auf.

Richard Strauss
Serenade Es-Dur für 13 Bläser op. 7
Andante

Antonín Dvořák
Serenade d-Moll für 10 Bläser, Violoncello und Kontrabass op. 44
Moderato, quasi marcia
Minuetto. Tempo di minuetto – Trio. Presto
Andante con moto
Finale. Allegro molto


Modest Mussorgskij
Bilder einer Ausstellung
(Bearbeitung für 12 Blasinstrumente und Kontrabass von Andreas N. Tarkmann)
Promenade
Gnomus
Das alte Schloss
Tuilerien
Bydlo
Ballet der Küken in ihren Eierschalen
Samuel Goldenberg und Schmuyle
Der Marktplatz von Limoges
Die Katakomben
Die Hütte auf Hühnerfüßen (Baba-Jaga)
Das große Tor von Kiew

21.03.2026Frühlingskonzert - Tausendsassa

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Frühlingskonzert - Tausendsassa

FRÜHLINGSKONZERT
Im Jahre 2003 beauftragte der belgische Barockgeiger Sigiswald Kuijken den Geigenbauer Dmitry Badiarov mit dem Nachbau eines ganz bestimmen Instruments: eines kleinen Cellos, nur 60 cm lang, das dem Spieler an einem Gurt um den Hals hängt – daher rührt der Name Violoncello da spalla (deutsch: Schulter-Cello). Bei der Rekonstruktion konnte Badiarov lediglich auf drei noch erhaltene Streichinstrumente dieser Art in Tenorlage zurückgreifen. Mehrere Indizien deuten darauf hin, dass auf einem davon Johann Sebastian Bach seine Cellosuiten selbst gespielt haben könnte.
Der momentan weltweit bekannteste Virtuose auf dem Violoncello da spalla ist der aus St. Petersburg stammende musikalische Tausendsassa Sergey Malov. Er spielt auf höchstem Niveau Violine, Viola, Barockvioline und eben Violoncello da spalla. Auch sein Instrument wurde von Badiarov gebaut, ist jedoch nicht mit Darmsaiten, sondern mit speziellen synthetischen Saiten bespannt. Sein besonders weicher, schlanker, aber dennoch cellotypischer Ton eignet sich hervorragend, um den Solopart des Cellokonzerts von Carl Philipp Emanuel Bach im Frühlingskonzert darzubieten.
Nach der Pause greift Sergey Malov zur Violine, um sanft und melancholisch für eine Überleitung zu Dmitri Schostakowitschs Kammersymphonie op. 110a zu sorgen, eine der persönlichsten und erschütterndsten musikalischen Aussagen des 20. Jahrhunderts. Sie wurde nach dem Quartett Nr. 8 c-Moll des Komponisten kongenial von Rudolf Barshai für Streichorchester arrangiert.

Carl Philipp Emanuel Bach
Sinfonie h-Moll Wq 182 Nr. 5 (H. 661)
Allegretto
Larghetto
Presto


Carl Philipp Emanuel Bach
Konzert für Violoncello und Orchester A-Dur Wq 172 (H. 439)
Allegro
Largo e mesto
Allegro assai


Peter Tschaikowsky
Sérénade mélancolique b-Moll op. 26
(Fassung für Violine und Streichorchester von Ignacio Massun)

Dmitri Schostakowitsch
Kammersymphonie op. 110a
(arrangiert und orchestriert von Rudolf Barshai nach dem Streichquartett Nr. 8 c-Moll)
Largo
Allegro molto
Allegretto
Largo
Largo

10.01.2026Neujahrskonzert - Jupiter

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Neujahrskonzert - Jupiter

NEUJAHRSKONZERT

Die Gedenkplatte aus dunklem Gestein, eingelassen im Boden von Westminster Abbey, ist unscheinbar und die eingravierte Inschrift mutet seltsam an: „He brought Haydn to England in 1791 and 1794“. Kann man die Lebensleistung eines Menschen darauf reduzieren, jemanden irgendwohin gebracht zu haben? Im Falle von Johann Peter Salomon offensichtlich schon. Der Bonner Geiger erlangte zwar im Vereinigten Königreich eine gewisse Berühmtheit, doch sein Name wäre schnell in Vergessenheit geraten, wenn er nicht den Mumm gehabt hätte, Joseph Haydn mit einer lukrativen Offerte nach London zu locken.
Auf Salomons direkte Anregung hin komponierte Haydn während des ersten seiner zwei Aufenthalte an der Themse auch eine Sinfonia concertante. Das BKO führt sie in seinem Neujahrskonzert auf und vertraut die Soloparts fast ausschließlich den Musikern aus eigenen Reihen an: Neben dem Konzertmeister Youngkun Kwak, der Stimmführerin der Celli Jessica Kuhn und der Solo-Oboistin Claire Sirjacobs gesellt sich David Spranger, Solo-Fagottist des NDR Elbphilharmonie Orchesters, als einziger echter Gastsolist dazu.
Auf den gewieften Impresario Salomon geht außerdem der Beiname „Jupiter“ der letzten Sinfonie von Wolfgang Amadeus Mozart zurück. Der Herrscher der römischen Götterwelt suggeriert Superlative und genau dafür sollte schon bald nach Mozarts Tod dieses festliche Werk mit seinem atemberaubend konstruierten Finale stehen – als das Beste, was die Sinfonik des 18. Jahrhunderts zu bieten hat.

Carl Ditters von Dittersdorf
Sinfonie Nr. 1 C-Dur Kr. 73
„Les quatre âges du monde” (Auswahl)
Scherzo. Allegro e vivace (2. Satz)
Finale. Prestissimo – Allegretto (4. Satz)


Joseph Haydn
Sinfonia concertante B-Dur Hob. I:105
Allegro
Andante
Allegro con spirito


Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie C-Dur KV 551 „Jupiter“
Allegro vivace
Andante cantabile
Menuetto
Molto allegro

22.11.2025Winterkonzert

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Winterkonzert

Nach einer Tournee durch Süddeutschland im Frühjahr 2024, bei der das BKO unter anderem Franz Schuberts Streichquartett Nr. 14 „Der Tod und das Mädchen“ in einer eigenen Bearbeitung für Streichorchester aufführte, wird dieses bedeutende Werk der Streichquartettliteratur im Winterkonzert auch für das Stammpublikum programmiert. Der plakative Beiname geht auf den zweiten Satz des Quartetts zurück – eine Variationsreihe, deren Thema einem von Schubert selbst komponierten Kunstlied entstammt. Wozu aber eine Bearbeitung, wenn das Original eigentlich nicht zu überbieten ist? Der Sprung vom filigranen Kammermusiksatz zum raumfüllenden Orchesterklang ist trotz des nur minimal veränderten Notenmaterials enorm. Auf dem Fundament der hinzugefügten Kontrabassstimme kann sich der Klang erheben, die feinen Fäden der Einzelstimmen verbinden sich im Orchestersatz zu Tauen. Der Höreindruck wird noch sinnlicher und wirkt einfach überwältigend.

Chorisch besetzt werden auch das Streichsextett „180 beats per minute” von Jörg Widmann und Carl Maria von Webers „Grand Quintetto“ dargeboten. Widmanns frühe Komposition aus dem Jahr 1993 jagt – inspiriert von den schnellen Beats des Techno – mit hoher Pulsfrequenz vorüber und will nicht mehr sein, als sie ist: pure Lust am Rhythmus. Die deutsch-israelische Solistin Sharon Kam gehört heute zu jener Handvoll Klarinettisten, die international gefragt sind. Sie lebt in Hannover, wo sie seit 2022 als Professorin für Klarinette an der dortigen Musikhochschule tätig ist. Von der Presse wird sie als rastlose Künstlerin mit vielen Facetten gefeiert.

Das Winterkonzert des BKO wird vom Bayerischen Rundfunk – BR Franken aufgezeichnet. Die Aufzeichnung wird kurz vor Weihnachten am Donnerstag,
18. Dezember 2025, um 20:03 Uhr auf BR Klassik gesendet.

Jörg Widmann

180 beats per minute

Carl Maria von Weber
Klarinettenquintett B-Dur op. 34
Allegro
Fantasia. Adagio ma non troppo
Menuetto. Capriccio. Presto
Rondo. Allegro giocoso

Franz Schubert
Der Tod und das Mädchen
(Fassung für Streichorchester)
Allegro
Andante con moto
Scherzo. Allegro molto
Presto

20.09.2025Herbstkonzert

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Herbstkonzert

50 Quadratmeter. Diese Zahl schoss sofort durch die Köpfe des BKO-Managements, als die künstlerische Leitung zusammen mit der Orchestervertretung den Wunsch äußerte, im Rahmen des Herbstkonzerts einen symphonischen Ausflug unternehmen zu wollen. So groß oder eher klein ist die Bühne im König Ludwig I.-Saal, der angestammten Spielstätte für die Jahreszeitenkonzerte. Eine Quadratur des Kreises zeichnete sich ab… Letztendlich brachte eine Probe aufs Exempel die Lösung: Dank einer innovativen Sitzordnung des Orchesters, einer ordentlichen Portion guten Willens und der Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten bekam das Vorhaben grünes Licht.

Ludwig van Beethovens erste Sinfonie von 1800 – in der Tonart C-Dur, die in der Wiener Klassik für die Aufklärung und den Neubeginn stand – markiert den Anfang eines musikalischen Schaffens, welches zu einem Vermächtnis für die Menschheit werden sollte. In der Folge formte Beethoven die Gattung mit weiteren acht teilweise schwergewichtigen Sinfonien neu und setzte Maßstäbe, an denen sich die künftigen Generationen messen lassen mussten. Felix Mendelssohn scheint dieses gewaltige Erbe jedoch wenig Kopfzerbrechen bereitet zu haben: Angesteckt von der Lebenslust der Italiener schildert er in seiner „Italienischen“ Sinfonie Eindrücke der 1830/31 unternommenen und durch Johann Wolfgang von Goethe inspirierten Bildungsreise durch „das Land, wo die Zitronen blühn“. Gleich zu Beginn der Sinfonie zieht er alle Register und reißt den Hörer mitten hinein in einen Strudel temperamentvoller Heiterkeit.

Gioachino Rossini
Ouvertüre zu „L’italiana in Algeri“
Andante
Allegro

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21
Adagio molto – Allegro con brio
Andante cantabile con moto
Menuetto. Allegro molto e vivace
Finale. Adagio – Allegro molto e vivace

Felix Mendelssohn
Sinfonie Nr. 4 A-Dur op. 90 „Italienische“
Allegro vivace
Andante con moto
Menuetto. Con moto moderato
Saltarello. Presto

12.07.2025Sommerkonzert

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Sommerkonzert

Mit dem Namen Arnold Schönberg sind in der Öffentlichkeit einige Reizwörter wie Atonalität oder Zwölftonmusik verbunden. Dabei wird komplett verdrängt, dass die radikale Methode des Komponierens „mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen“ von dem Anführer und geistigen Vater der Zweiten Wiener Schule erst um 1920 entwickelt wurde und Schönberg davor zwei Dekaden lang mehr oder weniger tonal komponiert hat. Dass er schon als junger Autodidakt imstande war, in bester Wiener Tradition Walzer mit Gassenhauer-Qualitäten zu schreiben, lässt sich aus zehn charmanten Versuchen heraushören, die im Nachlass des Komponisten gefunden wurden und aus denen das BKO in seinem Sommerkonzert eine Auswahl präsentiert.

Als seine erste vollgültige Arbeit betrachtete Schönberg selbst das Streichsextett „Verklärte Nacht“ aus dem Jahr 1899, von dem er später gleich zwei Bearbeitungen für Streichorchester anfertigte. Diesem noch fest in der Spätromantik verwurzelten Opus ist in der Partitur ein fünfstrophiges Gedicht von Richard Dehmel vorangestellt, welches den Gang eines Paars im Mondschein beschreibt. Die Frau gesteht ihrem Liebhaber, dass sie von einem anderen ein Kind erwartet und trifft auf großmütiges Verständnis des Mannes, der das Kind als sein eigenes annehmen will.

Schönbergs Werke werden mit zwei Hornkonzerten von Wolfgang Amadeus Mozart kontrastiert. Den solistischen Part übernimmt Christoph Eß. Er ist Solohornist der Bamberger Symphoniker, Mitbegründer des Hornquartetts „german hornsound“ und Professor für Horn an der Musikhochschule in Würzburg.

Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Horn und Orchester Nr. 2 Es-Dur KV 417
Allegro
Andante
Rondo. Allegro

Arnold Schönberg
Walzer für Streichorchester (Auswahl)
Nr. 1: Kräftig
Nr. 2: Nicht zu rasch
Nr. 3: Etwas langsam
Nr. 4: Etwas rasch
Nr. 7: Kräftig

Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Horn und Orchester Nr. 4 Es-Dur KV 495
Allegro maestoso
Romance. Andante cantabile
Rondo. Allegro vivace

Arnold Schönberg
Verklärte Nacht op. 4
 (Ursprünglich Sextett von 1899 für zwei Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli nach einem Gedicht von Richard Dehmel in einem Satz; revidierte Fassungdes Komponisten für Streichorchester von 1943)
Grave
Molto rallentando
A tempo
Adagio
Adagio, molto tranquillo

22.03.2025Frühlingskonzert

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Frühlingskonzert

Bereits vor einigen Jahren wurde der 21. März vom europäischen Netzwerk „Réseau Européen de Musique Ancienne“ zum Tag der Alten Musik ausgerufen. Dieses Datum gilt als Geburtstag von Johann Sebastian Bach, und dieser wiederum jährt sich 2025 zum 340. Mal. Ein Detail scheint dabei niemanden zu stören: In der protestantischen Gegend um Bachs Geburtsort Eisenach wurde zu jener Zeit noch der alte julianische Kalender verwendet, sodass – nach unserem gregorianischen Kalender gezählt – die Geburt des Barock-Genies streng genommen erst am 31. März gefeiert werden müsste. Wie dem auch sei: Unter dem Motto „Let’s celebrate Early Music!“ finden Ende März auf dem ganzen Kontinent Festivitäten statt, um der Alten Musik im Allgemeinen und dem Leipziger Thomaskantor im Besonderen zu huldigen.

Das BKO spielt auf modernen Instrumenten und in moderner Stimmung, ist also kein auf historische Aufführungspraxis spezialisiertes Ensemble. Dennoch schließt es sich diesem Reigen an und lädt sich zu seinem Frühlingskonzert folgerichtig Christine Busch ein. Die Professorin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart ist als Solistin, Kammermusikerin und Konzertmeisterin sowohl mit der modernen als auch mit der Barockgeige unterwegs. Sie wird das BKO in der historisch informierten Interpretation coachen und mit ihm ein Programm einstudieren, in dem der Jubilar Bach mit dem Violinkonzert a-Moll und dem Brandenburgischen Konzert Nr. 4 prominent vertreten ist. Die Langzeitwirkung Bachs und das konzertante Prinzip entfalten sich außerdem auch in den Werken der zeitgenössischen Komponisten Arvo Pärt und Wolfram Graf.

Francesco Venturini
Suite in e-Moll
Ouverture. Adagio – Gavotte – Sarabanda –
Angloise & Trio – Rondeau – Gigue

Arvo Pärt
„Fratres“ für Violine, Streicher und Schlagzeug

Johann Sebastian Bach
Konzert für Violine, Streicher und Basso continuo Nr. 1 a-Moll BWV 1041
Ohne Tempobezeichnung (Allegro)
Andante
Allegro assai

Georg Philipp Telemann
Sinfonia spirituosa D-Dur TWV 44:1
Spirituoso
Largo
Vivace

Wolfram Graf
Mondenweben

Johann Sebastian Bach
Brandenburgisches Konzert Nr. 4 G-Dur BWV 1049
Allegro
Andante
Presto

06.01.2025Dreikönigskonzert

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Dreikönigskonzert

 

Mit einer zweiteiligen Dramaturgie läutet das BKO seine mittlerweile 46. Saison ein. Die melancholische Serenade für Streicher von Edward Elgar wirkt zu Beginn des Dreikönigskonzerts wie eine wehmütige Reminiszenz an die glorreiche viktorianische Ära, während Benjamin Brittens „Les Illuminations“ klar in der Moderne angesiedelt sind und den Blick nach vorn richten. Dieser Liederzyklus des unbestreitbar größten britischen Komponisten des 20. Jahrhunderts ist eine ebenso expressive wie sensible Vertonung von zehn Gedichten Arthur Rimbauds, die sich durch eine klangsinnliche Wortmalerei auszeichnen. Weitestgehend beschreiben sie Szenen des modernen Großstadtlebens, einige beschwören surrealistische, mitunter erotische Traumbilder herauf. Da gibt es berauschende und gewaltige Paläste aus Kristall und Metall, und direkt daneben Feenköniginnen und Bacchantinnen aus der Vorstadt.

Der Spruch, dass aller guten Dinge drei sind, trifft perfekt auf die Zusammenarbeit des BKO mit der norwegischen Sopranistin Berit Norbakken zu. Der erste Versuch im Jahr 2021 konnte wegen des totalen Lockdowns gar nicht umgesetzt werden, beim zweiten in 2022 verhinderten die immer noch andauernden Corona-Maßnahmen die Aufführung des kompletten Liederzyklus. Nun also der dritte Anlauf mit Britten, zu dem das BKO nach der Pause auch eine ausdrucksstarke Sinfonie und die Solistin eine dramatische Konzertarie von Wolfgang Amadeus Mozart beisteuern. Diese wurde für eine der größten Diven jener Zeit, die Prager Sängerin Josepha Duschek, komponiert.

Edward Elgar
Serenade e-Moll für Streicher op. 20
Allegro piacevole
Larghetto
Allegretto

Benjamin Britten
Les Illuminations op.18
Liederzyklus für hohe Stimme und Streichorchester
Fanfare – Villes – Phrase and Antique –
Royauté – Marine – Interlude – Being beauteous –
Parade – Départ

Wolfgang Amadeus Mozart
„Ah, lo previdi! – Deh, non varcar“ KV 272
Rezitativ und Arie für Sopran und Orchester

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie A-Dur KV 201
Allegro moderato
Andante
Menuetto – Trio
Allegro con spirito

09.11.2024Winterkonzert - Folklore

19:30 Uhr · Bad Brückenau/Staatsbad, König Ludwig I.-Saal

Winterkonzert - Folklore

Es war Mitte der 1990er Jahre, als sich der Flötist Matthias Ziegler an den aus dem Tadschikistan stammenden Komponisten Benjamin Yusupov mit der Bitte wandte, ihm sozusagen ein Werk auf den Leib zu schreiben. Neben der üblichen Querflöte sollten darin auch andere Flöten vorkommen, die man sonst in den Konzertsälen kaum hört oder sieht: Bassflöte, Kontrabassflöte und Flöte mit Membran. So entstand „Nola“ – ein zweisätziges Konzert für verschiedene Flöten und Streichorchester.
Nola ist ein persisches Wort mit mehreren Bedeutungen. Unter anderem steht es für die Ausschmückung des Klangs. Ausgehend von der mittelasiatischen Folklore versuchte Yusupov die östliche Musikästhetik mit dem Regelwerk westlicher Komponisten unter einen Hut zu bringen. Diese seltene Begegnung verschafft dem Hörer die Gelegenheit, in zwei Welten gleichzeitig einzutauchen. Eine weitere Besonderheit ist der Einsatz vom Looping-Gerät, mit dessen Hilfe der Solist die rhythmische Basis für den Dialog zwischen ihm und dem Orchester erzeugt.
Das BKO und Sebastian Tewinkel kombinieren im Winterkonzert Yusupovs höchst originelles Werk mit Stücken von Franz Schubert und Antonín Dvořák. Sie galten ihren Zeitgenossen als komponierende „Naturburschen“ und waren beide tief in der Volksmusik verwurzelt: Man denke etwa an die Ländler von Schubert oder das charakteristische Idiom, mit dem Dvořák zum Mitbegründer eines tschechischen Nationalstils in der Musik avancierte.

 

Franz Schubert (1797-1828)
Quartettsatz c-Moll D 703
Allegro assai

Benjamin Yusupov(*1962)
Nola. Konzert für verschiedene Flöten und Streichorchester (1994)
1st Movement
2nd Movement

Antonín Dvořák(1841-1904)
Serenade E-Dur für Streichorchester op. 22
Moderato
Tempo di Valse
Scherzo. Vivace
Larghetto
Finale. Allegro vivace